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Studio-Bericht zu Plaguewielders kommendem Album

Der heutige Artikel ist in eigener Sache (dem noch einige folgen werden, da ich meinen Blog auch als Plattform nutzen möchte um über meine persönlichen Projekte zu schreiben): er dreht sich nämlich um das kommende Album – dessen Titel noch ein Geheimnis bleibt – meiner Band Plaguewielder, in der ich am Synthesizer sitze und für die Video-Projektionen während unseren Liveauftritten verantwortlich bin.

Einmal mehr begab sich meine Band Plaguewielder – beziehungsweise nur ein Teil davon, wie ich nachfolgend noch weiter erklären werde nämlich – vor zwei Tagen zu unserem Freund Xavier von Muschel Productions nach Kaiserslautern, um dort die zwei letzten Lieder  – “Existence Is Our Exile” und “Father Suicide” – unseres kommenden Albums aufzunehmen.

Als wir das erste Mal im August 2013 in Xaviers Studio gastierten und unsere EP aufnahmen, war mir die Idee, eines Tages unser ganzes Set in Albumform zu gießen, noch quasi surreal erschienen; eine träumerische Vision, die sich aber durchaus in den Gefilden des Machbaren bewegte – dessen waren wir uns alle bewusst -, aber irgendwie doch immer wieder unter den mahlenden Zahnrädern der Zeit, schulischen Verpflichtungen und räumlicher Distanz – die auch schon dafür sorgten, dass wir ab Juli 2013 nicht mehr gemeinsam auftreten konnten – zu erblassen schien. Vor zwei Tagen dann aber eröffnete sich uns endlich die Möglichkeit, noch das restliche Material für unser schon seit Längerem angedachtes Album – dessen Aufbau und inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Liedern wir bereits in den letzten Monaten ausgetüfelt haben – aufzunehmen. Zuerst einmal waren Christophe und ich an der Reihe, die Gitarren- und Synthesizerspuren mit schleppenden Riffs und Chorgesängen zu füllen; Anfang März wird dann Nicholas noch Bass und Gesang nachliefern und schlussendlich unser Projekt, das bereits im August 2012 mit unserer ersten Komposition, “The Funeral March”, seinen Anfang nahm, zur Vollendung bringen.

Das Album, das wir nun also aufgenommen haben, ist zwar kein Konzeptalbum, da es keine zusammenhängende Geschichte erzählt; nichtsdestotrotz betrachten wir es aber als zusammenhängende Entität, denn die fünf Lieder –  “Existence Is Our Exile”, “Drowned”, “Casket Of Dying Flesh”, “Father Suicide” und “The Funeral March” – teilen sich einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt: den Tod. Die textliche Überschneidung entstand dabei am Anfang eher zufällig – wahrscheinlich war es aber auch einfach das Naheliegendste, den Tod als übergreifendes Thema für unsere Musik, die wir von Anfang  – so wie im Doom Metal üblich – in schwermütigen Tönen erklingen lassen wollten, auszuwählen. Als uns die Zusammenhänge zwischen den Liedern bis einmal aufgefallen waren, haben wir diese dann bewusst weiter ausgebaut und auch musikalisch mit Einflüssen aus allen möglichen Genres, die wir schätzen, umgesetzt – das Album ist dementsprechend düster und schwer, aber an anderen Stellen auch hoffnungsvoll und zerbrechlich geworden. Letztlich bin ich sehr stolz auf das Ergebnis der letzten Monate und Tage, und dazu ist es in Zusammenarbeit mit Menschen entstanden, mit denen es wahrlich eine große Freude ist, zusammen zu komponieren und im Rausche des Vorspielens während Konzerten zu versinken – Plaguewielder ist definitiv zu einer Ausdrucksmöglichkeit für uns alle geworden, und umso erfreuter sind wir, dass wir unsere Gedanken und Ideen nun anderen in der verständlichsten, melodischsten und schönsten aller Sprachen mitteilen können.

Es ist meiner Meinung nach aber sehr schwer, dieses überwältigende Gefühl, das der Prozess des künstlerischen Schaffens von Musik – der bei den Aufnahmen noch einmal umso stärker auf einer analytischen Basis in den Vordergrund rückt, weil man dort die Struktur der einzelnen Lieder bis ins kleinste Detail durchleuchtet – zusammen mit den anderen Mitgliedern der Band erzeugt, adäquat an Außenstehende, die nicht Teil an der bandinternen Dynamik haben, zu vermitteln. Letztendlich ist man als Nichtmitglied ja immer Zuhörer und nie selbst Schaffender, wodurch die Faszination, die beim Komponieren der Lieder und dem darauf folgenden Wiederaufgreifen während den Aufnahmen eintritt, verloren geht. Deswegen glaube ich, dass, im Gegensatz zu einer detailgetreuen Beschreibungen des Aufnahmeprozesses selbst, Fotos aus dem Studioalltag mitsamt einigen essenziellen Erläuterungen zu unserem Album und den damit vermittelten Ideen einen interessanteren und besseren Eindruck von der während der Aufnahmen herrschenden Stimmung verschaffen können. Nachfolgend also einige Impressionen:

 

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Zum Schluss, im Kontext der Aufnahme, noch einmal ein großes Lob und Dankeschön an Xavier von Muschel Productions: das Aufnehmen hat uns in der sehr freundlichen, witzigen und lockeren Atmosphäre im Studio großen Spaß bereitet; dazu kennt Xavier sich exzellent in seiner Materie aus, hat den bestmöglichen Sound für Plaguewielder ausgesucht und liefert auch immer sehr konstruktive Kommentare, wenn es noch am Aufbau der Lieder etwas zu feilen gibt.

Das Album selbst bekommt ihr übrigens im Laufe des kommenden Jahres zu hören – noch befinden wir uns auf der Suche nach einem Label und anderen Vertriebsmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz dürft ihr euch in den kommenden Wochen und Monaten auf unserer Facebookseite schon einmal auf einige Hörproben und Eindrücke von Cover und Booklet freuen, bis wir dann schlussendlich das Album selbst – eventuell mitsamt Releaseparty – veröffentlichen werden.