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Ein Einblick in die rechtsextremen “Soldiers of Odin Luxembourg”

Bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung meines aktuellen Dossiers über die rechte Szene in Luxemburg (dessen drei Teile ihr unter den folgenden Links nachlesen könnt: Teil 1, Teil 2, Teil 3) wurde ich auf eine neue illustre Gruppierung aus diesem Bereich des politischen Spektrums aufmerksam gemacht — und zwar die sogenannten  “Soldiers of Odin  — Luxembourg”. Eigentlich hätte ich die Gruppe nun — so wie es beim üblichen Entstehungsprozess meiner Artikel über die rechte Szene der Fall ist — die kommenden Monate über im Auge behalten und Screenshots von ihrer Facebookseite gesammelt, um diese dann, zusammen mit meinen Rechercheergebnissen über andere rechte Gruppierungen und Personen in Luxemburg, in meinem nächsten größeren Dossier zu verarbeiten. Aus diversen Gründen, auf die ich teilweise noch einmal im der abschließenden Zusammenfassung eingehen werde, habe ich mich jetzt aber dazu entschlossen, nicht bis zum nächsten längeren Bericht zu warten, um über die Soldiers of Odin Luxembourg zu schreiben, sondern sie stattdessen in dem vorliegenden separaten und gewissermaßen als Nachtrag zum letzten Dossier konzipierten Text zu behandeln.

Die Hintergründe der “Soldiers of Odin”

Ehe ich die Soldiers of Odin Luxembourg im Speziellen beleuchte, möchte ich jedoch um der Kontextualisierung willen zunächst einmal auf die Bewegung im Allgemeinen eingehen. Bei den “Soldiers of Odin” handelt es sich um eine migranten- und ausländerfeindliche Bürgerwehrgruppe, die ihren Ursprung im Rahmen der Flüchtlingskrise im Oktober 2015 in Finnland nahm und bald schon zahlreiche internationale Ableger hervor brachte — unter anderem in Schweden, Norwegen, Estland, Ungarn, Großbritannien und nun eben auch Luxemburg. Die originale Zelle, welche zunächst in der finnischen Stadt Kemi ihr Unwesen trieb und die ansässige Bevölkerung vor angeblichen kriminellen Migranten “schützen” wollte, wurde von einem gewissen Mike Ranta gegründet. Letzterer ist Mitglied der White Supremacy-Gruppe ‘Finnish Resistance Movement’ (welche auch unter dem Namen ‘SVL’ bekannt ist), bekennender Neo-Nazi und aufgrund eines von ihm ausgeübten, rassistisch motivierten Überfalls im Jahre 2005 auch verurteilter Straftäter. Ranta selbst gibt nun zwar vor, dass seine politische Gesinnung den Club nicht als Ganzes repräsentieren würde, doch die Aktivitäten in der Facebookgruppe der finnischen “Kemi-Sektion” der Soldiers of Odin strafen diese Behauptung mehr als deutlich Lügen. Wie in einem Artikel der finnischen Internetseite “Yle Uutiset” beschrieben wird, sind dort nämlich nicht nur rassistische und ausländerfeindliche Parolen an der Tagesordnung, sondern die Mitglieder der Gruppe gewähren auch allzugerne Einblicke in ihre sicherlich überhaupt keinen Grund zur Besorgnis darstellenden Waffen- und Munitionssammlungen:

“Yle acquired screenshots of activity in the group to shine a light on what the Soldiers of Odin discuss when they think nobody is looking. […]

One member posts a picture of a black child in a bucket, along with the text ‘a bucketful of shit’. Another ‘likes’ the post. A third posts a picture of a Koran with bacon and excrement on top. A picture of female members making Nazi salutes, or a club house decorated with Nazi symbols is greeted with a heart smiley.

Members of the secret group also seem to like guns. Several pictures show men in Odin-branded clothes posing with rifles or showing off their ammunition or knives. “That’s the way” responded one observer, adding a smiley.”

Was für ein sympathischer Haufen.

Die Facebookseite der Soldiers of Odin Luxembourg: Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und “White supremacy”Parolen

Das dachten sich nun wohl auch — leider ohne jegliche Ironie — die Gründer der Soldiers of Odin Luxembourg. In der Beschreibung ihrer Facebookseite verlautbaren sie nämlich explizit, dass sie unter der Ägide der wie oben erläutert nur so vor rassistischen Waffennarren und Neo-Nazis strotzenden “Kemi-Sektion” agieren:

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Was neben diesem äußerst fragwürdigen Bekenntnis sofort in all seiner peinlichen Glorie ins Auge springt ist die an schierer Peinlichkeit nicht mehr zu überbietende Tatsache, dass gleichermaßen auf dem Titel- als auch Profilbild der Soldiers of Odin Luxembourg nicht einmal die luxemburgische, sondern die niederländische Flagge abgebildet ist. Darauf deutet nicht nur das dunklere Blau des unteren Flaggendrittels, sondern auch das klitzekleine “Copyright © 2016-2020 Soldiers of Odin Netherlands” hin, das am rechten unteren Rand des Profil- und Titelbilds zu sehen ist:

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Die Coyprightansprüche auf den Namen “Soldiers of Odin” sind übrigens vollkommen sinnlos. Da die ursprünglichen “Soldiers of Odin” sich nur als Organisation eingetragen und den Namen selbst nicht markenrechtlich geschützt haben, wurde letzterer kurzerhand von einer gewieften finnischen Studentin, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollte, gesichert, sodass unter der Marke “Soldiers of Odin” nun unter anderem pinke Einhörner-Prints und “Fuck Nazis”-Aufkleber vertrieben werden.
Dass eine selbsternannte Bürgerwehr es nicht einmal auf die Reihe bringt, die richtige Flagge jenes Landes, dessen Straßen sie angeblich “schützen” will, auf ihren Bannern zu verwenden und sich auf einen einheitlichen Gruppennamen zu einigen spricht jedenfalls definitiv für ihre Kompetenz.

Im Angesicht der eingangs erwähnten, expliziten Orientierung an der Kemi-Sektion erscheint die nachfolgende Passage in der Beschreibung ihrer Facebookseite, in welcher sie sie sich selbst als “immigrationskritisch” beschreiben, dann auch gleich als umso weniger überraschend:

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Schaut man sich nun auch noch die Beiträge auf ihrer Seite an, so wird schnell klar, dass es sich bei diesem fast schon realsatirisch anmutenden Ausdruck definitiv um einen gnadenlos unverschämten Euphemismus für “rassistisch” und “ausländerfeindlich” handelt. Ein Beispiel hierfür ist das folgende Bild:

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Wow. Es will sich mir partout nicht erschließen, wie eine Gruppe aus erwachsenen und damit zumindest auf dem Papier mündigen Menschen es allen Ernstes als gute Idee erachten kann, solch einen an maßloser Stumpfheit und Ignoranz (in welchen sogar noch unglaublicherweise ein gewisser trotziger Stolz mitschwingt) nicht zu übertreffenden Beitrag auf ihrer Facebookseite zu posten. Wer um alles in der Welt sieht so etwas und denkt sich: “Oh ja, das ist genau die Sorte von Beitrag mit welcher ich mich und meinen Verein Soldiers of Odin — Luxemb(o)urg der Öffentlichkeit präsentieren will! Das wird uns garantiert ganz viel Glaubwürdigkeit und Zuspruch bescheren und uns in den Augen aller als Selbstjustiz ausübende Truppe legitimieren!”? Man muss sich das einmal vor Augen führen: Der verdrehten Logik dieses Spruchs zufolge betrachten Soldiers of Odin Luxembourg Rassismus allen Ernstes als das kleinere Übel im Vergleich zu “Volksverrat”, und rechtfertigen somit ihre eigenen rassistischen Ansichten damit, dass sie diese im treuen Dienste von “Volk, Heimat und Kultur” hegen — so als ob ein vollkommen unkritisches Verhältnis zum eigenen “Volk” etwas dermaßen inhärent Gutes wäre, dass es als Apologie für solcherlei menschenverachtende Ansichten fungieren kann. Dadurch wird auch ersichtlich, wer in ihren Augen als “Volksverräter” gilt: All jene zumindest über ein Mindestmaß an Menschlichkeit und Rationalität verfügenden Leute, die Rassismus aktiv ablehnen und Menschen ungeachtet ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe als gleichwertig behandeln wollen.

Auch das folgende Bild gibt einen deutlichen Einblick in die ausländerfeindliche Gesinnung der Soldiers of Odin Luxembourg:
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Mit dem Beitrag wird nämlich der Eindruck vermittelt, dass sexuelle Gewalt gegenüber Frauen nur von nachts auf der Straße lauernden Geflüchteten (denen sie, wie die Anführungszeichen verdeutlichen, nicht einmal den Status als solche anerkennen wollen) ausgeht. Das ist nicht nur insofern Schwachsinn, weil es einen nicht gegebenen Zusammenhang zwischen sexuellen Straftaten und Herkunft des Täters herstellt, sondern weil es auch, wie der nachfolgend zititerte, sehr lesenswerte Artikel des Tagesspiegels zeigt, einfach nicht den verfügbaren empirischen Daten über sexuelle Gewalt gegenüber Frauen entspricht:

“Sexualisierte Gewalt ist trotz Aufklärung, sexueller Revolution und Frauenbewegung noch immer Teil des Alltags von Frauen auch in Europa. Die Europäische Grundrechte-Agentur veröffentlichte vor zwei Jahren zum ersten Mal das Ergebnis einer Umfrage. Dabei gab eine von drei Europäerinnen an, dass sie seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hatte, die Hälfte aller Frauen war sexuell belästigt worden. Für die EU-Untersuchung waren 42 000 Frauen in den 28 EU-Mitgliedsstaaten befragt worden.

Die meisten Opfer kennen die Täter: Sie sind ihre Väter oder Stiefväter, Brüder, Onkel oder Freunde der Eltern. Weniger als 20 Prozent der sexuellen Übergriffe oder Vergewaltigungen finden außerhalb der eigenen vier Wände statt.

Es sind also in der Regel keine Geflüchteten, die Frauen vergewaltigen, sondern Personen aus dem näheren Umfeld. Wenn die Soldiers of Odin Luxembourg also tatsächlich darauf aus wären, sexuelle Übergriffe vereiteln zu wollen, müssten sie eigentlich eher die Häuser der luxemburgischen Bevölkerung bewachen als zu später Stunde durch die Straße zu ziehen. Am Sinnvollsten wäre es aber natürlich, gar nicht erst mit dem nächtlichen Herumpatrouillieren  anzufangen und sich stattdessen generell gegen jenes gesellschaftliche Klima auszusprechen, das sexuelle Gewalt gegen Frauen erst hervor bringt. Da sie aber all dies nicht tun, entlarven sie ihre angeblich auf die Sicherheit von Frauen abzielenden Patrouillen als reine Vorwände, um dem eigenen Hass auf Ausländer freien Lauf zu lassen.

Die unter Rechten so beliebte Narrative, welche Geflüchtete, Migranten und Ausländer als regelrechte Bedrohung für die “einheimische” Bevölkerung darstellt, wird auch durch folgenden Beitrag weiter zementiert:
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Führt man sich noch einmal die feindselige Einstellung der Gruppe gegenüber Einwanderern und ihr Vorhaben, die Straßen vor vermeintlichen ausländischen Straftätern zu schützen, vor Augen, so wird zunächst einmal klar, dass der Satz “We must secure the existence of our people and a future for our children” sich auf Immigration bezieht und somit suggeriert, dass durch letztere der luxemburgische Bevölkerungsteil einer existenziellen Gefahr ausgesetzt sei, die nicht weniger als sein zukünftiges Fortbestehen bedrohe. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall: Ohne Einwanderung würde die Bevölkerung der europäischen Industrienationen nämlich gnadenlos schrumpfen, was wiederum zu einem Kollaps der Sozialsysteme führen würde.
Dazu entspricht besagter Satz beinahe 1:1 den sogenannten “Fourteen Words“, einem der bekanntesten Slogans der rassistischen “White supremacy“-Bewegung: “We must secure the existence of our people and a future for white children.” Das “white” wurde hierbei von den  Soldiers of Odin Luxembourg durch ein “our” ersetzt — was wahrscheinlich auf einen seltenen Moment der Luzidität, in dem sie sich bewusst geworden sind, dass es doch nicht so vorteilhaft wäre, den eigenen Rassismus derart offensichtlich zur Schau zu tragen, zurückzuführen ist.

Dadurch, dass die Soldiers of Odin Luxembourg dieses apokalyptische Bild einer imminenten Bedrohung durch Einwanderung zeichnen, sehen sie sich auch umso mehr gerechtfertigt darin, sich gegen diese vermeintliche Gefahr zur Wehr setzen zu dürfen. Ausdrücke niederster Ressentiments gegenüber Ausländern — sei es in der Form von mittels sozialen Netzwerken verbreiteter Hetze oder schlimmstenfalls tätlichen Übergriffen — werden in diesem Kontext somit plötzlich zu Akten des “Überlebenskampfes” und der “Notwehr” hochstilisiert. Daraus wiederum bezieht ihre Selbstjustiz ihre fragwürdige Legitimation. Letztlich sind vielmehr sie es, die die Situation erst gefährlich werden lassen — vorallem für all jene Menschen, die in ihren Augen nicht zur Genüge “luxemburgisch” oder “europäisch” aussehen und somit bei einer möglichen nächtlichen Begegnung mit herumziehenden Mitgliedern der Soldiers of Odin von letzteren direkt als Bedrohung aufgefasst werden könnten.

Passend zur Verwendung eines nur leicht veränderten ‘White supremacy’-Slogans schrecken die Soldiers of Odin Luxembourg auch nicht davor zurück, regelrechte Nazi-Propaganda in ihren Beiträgen aufzugreifen:

nazi-propaganda

Das im Beitrag zu sehende, modifizierte Bild mit der Aufschrift “Vorsicht bei Facebook! Feind liest mit” ist nämlich klar ersichtlich eine sowohl textliche als auch visuelle Referenz zu der während des 2. Weltkriegs von Nazideutschland initiierten Propagandakampagne “Feind hört mit!”: 

feind_hoert_mit

Durch diese Kampagne wurden damals bewusst Ängste geschürt, Misstrauen in der Bevölkerung gesät und die Menschen zur Denunziation motiviert — also alles Dinge, die der rechte Rand auch heute noch liebend gerne tut.

Das Facebookprofil des “National Leader” der Soldiers of Odin Luxembourg: Likes für NPD, Rechtsrockbands und Nazi-Vereine

Dieses Aufgreifen von Nazi-Propaganda ergibt umso mehr Sinn, wenn man sich erst einmal näher mit den Mitgliedern von Soldiers of Odin Luxembourg befasst. In diesem Kontext ist insbesondere Andre “Loki” Schröter, der selbsternannte “National Leader” (auf das Pathos und die fragwürdigen Konnotationen dieses Titels will ich gar nicht erst eingehen) der Soldiers of Odin Luxembourg erwähnenswert:

national-leader-offentlich-einsehbar

Wie ein Blick auf sein öffentlich einsehbares (!) Facebookprofil zeigt, handelt es sich bei ihm nämlich um einen waschechten Neo-Nazi, der keinerlei Hehl aus seiner menschenfeindlichen Gesinnung macht.

So findet man etwa unter seinen Facebook-Likes etwa so gut wie alle Landes- und Kreisverbände der rechtsextremen NPD vor:

npd-likes-das-bild-nehmen

Dazu gefällt ihm die NPD-nahe Rechtsrockband “Die Lunikoff Verschwörung“, welche im Jahre 2004 vom ehemaligen Sänger der berühmt-berüchtigten “Landser” gegründet wurde und deren Lieder so unbedenkliche und sicherlich in keinster Form auf die nationalsozialistische Gesinnung der Bandmitglieder hinweisende Namen wie “Der deutsche Sturm” oder “N**** Auf’m Fahrrad” tragen — was nicht zuletzt dafür sorgt, dass ihre Musik auch immer wieder auf NPD-Schulhof-CDs landet:
lunikoff-verschworung-bei-facebooklikes-von-andre-loki

Unter seinen “Gefällt mir”-Angaben befindet sich dann auch noch der “Thüringentag der nationalen Jugend” — eine Veranstaltung, bei der neben Auftritten von Rechtsrockbands wie beispielsweise “Sturmwehr” auch Reden von NPD-Politiker*innen anstehen:

andre-lokis-likes-darunter-thuringentag

Schließlich kann man unter seinen Facebook-Likes auch noch eine Organisation namens “Deutschland muß leben – Dml e.V.” entdecken:

dml-unter-den-likes
Dabei handelt es sich um einen im Jahre 2015 gegründeten Nazi-Verein aus Mecklenburg-Vorpommern, dessen Ziel unter anderem darin besteht, ein deutschlandweites Unterstütungsnetzwerk für Neo-Nazis aufzubauen. Hierfür sammeln sie gleichermaßen Geld als auch Sachgegenstände für verurteilte Rechtsextreme und plädieren passend dazu auf ihrer Facebookseite beispielsweise für die Freilassung der im September dieses Jahres zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck:
dml-fordert-freiheit-fur-ursula-hoverbeck

Schröters Unterstützung für “Dml e.V.” geht aber sogar noch über diese reine “Gefällt mir”-Angabe hinaus. So hat er auf seinem Facebookprofil gleich noch drei Beiträge des Vereins geteilt:
dml-foto

national-leader-postet-wieder-bilder-des-nationalen-hilfswerks
weiteres-bild-von-dml

Das letzte der drei Bilder hat ihm offensichtlich so gut gefallen (wahrscheinlich lag es an dessen ein wahres Paradies für Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche darstellende Kombination aus Schrift und Bildhintergrund), dass er es gleich zu einem der Titelbilder seines Profils gekürt hat. Man beachte übrigens auch das Symbol der “Schwarzen Sonne” oben links im ersten der geteilten Beiträge über Dml e.V. — dabei handelt es sich um ein typisches Erkennungsmerkmal der rechtsextremen Szene, welches von der SS erfunden wurde und 12 zusammengesetzte Hakenkreuze beziehungsweise Sig-Runen symbolisiert.


Der luxemburgische Ableger der Soldiers of Odin verfügt also, genauso wie sein dubioses finnisches Vorbild, über einen regelrechten Neo-Nazi an der Spitze. Allerdings posaunt die luxemburgische Gruppe, im Gegensatz zur finnischen, ihren Hass allerdings bislang vorallem auf Facebook in die Welt hinaus. Zwar gibt es auch ein Video, das zeigt, wie u.a. Schröter in “Soldiers of Odin Luxembourg”-T-Shirts auf einem Mittelalterfest herum marschiert, doch das Ganze findet tagsüber statt und erweckt eher den Eindruck eines Ausflugs als den einer richtigen Patrouille. Richtige nächtliche Streifzüge scheinen sie glücklicherweise noch nicht organisiert zu haben — weswegen bis dato auch keine konkrete Gefahr von ihnen ausgeht. Dazu existieren, soweit ich weiß, keine Verbindungen zwischen ihnen und den üblichen Akteuren der rechten Szene in Luxemburg. Genau das war neben der Struktur ihrer Organisation, die es in der Form bislang noch nicht in Luxemburg gab, dann auch einer der am Anfang des vorliegenden Texts erwähnten Gründe, weswegen ich sie in einem separaten Artikel behandeln wollte.

Jedenfalls sollte man die Soldiers of Odin Luxembourg nicht zuletzt aufgrund ihres rechtsextremen ideologischen Fundaments und der Hetze, die sie auf ihrer Facebookseite betreiben, definitiv im Auge behalten. Und falls es dann doch einmal so weit kommen sollte, dass ihre Aktivitäten in die Realität überschwappen sollten, so muss man nur bis nach Finnland schauen, wo eine Gruppe aus Aktivist*innen namens “Loldiers of Odin” bereits vorgemacht hat, wie man auf humorvolle Art und Weise dem geballten Hass der Soldiers of Odin entgegentreten kann:

Meine bisherigen Texte über die rechte Szene in Luxemburg:

Die rechte Szene in Luxemburg Mitte 2016 (3/3): Knouter-Club/European Freedom Initiative, rechte Hetze auf Newsseiten, Zusammenfassung
Die rechte Szene in Luxemburg Mitte 2016 (2/3): Peters, Castiglia & SDV, Lëtzebuerger Patrioten & Luxemburg Defence League, Keup & Nee 2015.lu/Wee2050
Die rechte Szene in Luxemburg Mitte 2016 (1/3): Alternativ Demokratische Reformpartei
“Alternative Medienrealitäten. Eine kritische Analyse alternativer Medien der Rechten in Luxemburg und deren Gefahren”, in: FORUM – für Politik, Gesellschaft und Kultur in Luxemburg, Ausgabe 363
Die rechte Szene Luxemburgs Ende 2015: Castiglia, Kartheiser, Keup, Thein, Peters & andere “Lezeboia”
“Die rechte Szene Luxemburgs und Verschwörungstheorien”, in: FORUM — für Politik, Gesellschaft und Kultur in Luxemburg, Ausgabe 353
Nico Castiglia – Der neue Kopf der rechten Szene in Luxemburg
Nein zu PEGIDA – jetzt umso mehr als zuvor!
Fernand Kartheisers Kritik am Feminismus und die Legitimation der Diskriminierung von Homosexuellen
Liebe luxemburgische Patrioten, …
Pierre Peters erneut an der Seite der NPD
Neue Einblicke in die rechtsextreme “Luxemburg Defence League”
Rechtsextremismus in Luxemburg – neue Einblicke
Ausländer- und Homosexuellenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus & Co. in Luxemburg
Ein beunruhigender Blick in die Vereinigung der “Lëtzebuerger Patrioten”
“Lëtzebuerger Patrioten”
Neue “rhetorische” Ergüsse der NDU
“(…) die houer Kaméildreiwer!”
“Durchforstet eure Pizzabroschüren!”
“Mäer sinn dach keng Rassisten – erklär du uns mol wat dat ass”
1. Artikel über die NDU